In Österreich existierte auf Bundesebene bis jetzt keine Organisationsstruktur für angewandte Sportpsychologie. Dies führte dazu, dass es für TrainerInnen und SportlerInnen schwierig war für sportpsychologische Beratung geeignete AnsprechpartnerInnen zu finden.
Das in verschiedenen Projekten entstehende Wissen war auf wenige Personen beschränkt, andere SportlerInnen, TrainerInnen und Verbände profitierten davon nicht.
Die öffentlichen Ressourcen, die in die Sportpsychologie fließen, sind ein Bruchteil dessen, was in Medizin, Trainingswissenschaften, Biomechanik etc. investiert wird. Die Sektion Sport des BKA und die BSO haben das erkannt und wollen daher Sportpsychologie entsprechend fördern.
Eine institutionalisierte sportpsychologische Betreuung bei sportlichen Großveranstaltungen und im Nachwuchsbereich ist in Österreich praktisch nicht vorhanden. Sportnationen wie die Schweiz, Deutschland, Australien, U.S.A., Kanada, England, Frankreich etc. verfügen über derartige Infrastrukturen. Aus diesen Gründen hat der Österreichische Spitzensport einen gravierenden Wettbewerbsnachteil der bisher durch Einzelinitativen nur teilweise kompensiert werden konnte.
Darüber hinaus sind in den letzten Jahren SportlerInnen, TrainerInnen und Verbände durch die Vielzahl von Angeboten und unterschiedlichste, teilweise auch negative Erfahrungen verunsichert. Sie wünschen sich klare Hinweise und Richtlinien für qualitativ hochwertige sportpsychologische Betreuung.
Um diese Defizite auszugleichen und um dem Österreichischen Leistungssport künftig eine flächendeckende professionelle sportpsychologische Versorgung zur Verfügung zu stellen, wurde von Günter Amesberger und Christopher Willis das Österreichische Bundesnetzwerk Sportpsychologie (ÖBS) ins Leben gerufen.