Warum gibt es das ÖBS

In Österreich existierte auf Bundesebene bis 2005 keine Organisationsstruktur für angewandte Sportpsychologie. Dies führte dazu, dass es für TrainerInnen und SportlerInnen schwierig war, geeignete AnsprechpartnerInnen für eine sportpsychologische Beratung zu finden.

Das in einzelnen Projekten entstehende Wissen war auf wenige Personen beschränkt, andere SportlerInnen, TrainerInnen und Verbände profitierten davon nicht.

Eine institutionalisierte sportpsychologische Betreuung auch bei sportlichen Großveranstaltungen und im Nachwuchsbereich war zu diesem Zeitpunkt in Österreich praktisch nicht vorhanden. Andere Sportnationen wie die Schweiz, Deutschland, Australien, die USA, Kanada, England oder Frankreich verfügen dagegen über etablierte Infrastrukturen. Auf diesem Gebiet hatte der Österreichische Spitzensport daher lange einen gravierenden Wettbewerbsnachteil der durch Einzelinitiativen nur zum Teil kompensiert werden konnte.

Darüber hinaus herrschte unter SportlerInnen, TrainerInnen und Verbänden durch eine Vielzahl von qualitativ ethisch und wissenschaftlich nicht abgesicherten Angeboten sowie negative Erfahrungen stark Verunsicherung. Sie wünschten sich klare Hinweise und Richtlinien sowie Ansprechpartner für qualitativ hochwertige sportpsychologische (mentale) Betreuung.

Um diese Defizite auszugleichen und um dem Österreichischen Leistungssport künftig eine flächendeckende professionelle sportpsychologische Versorgung zur Verfügung zu stellen, wurde von Günter Amesberger und Christopher Willis im Jahr 2005 das Österreichische Bundesnetzwerk Sportpsychologie (ÖBS) ins Leben gerufen. Die konstituierende Generalversammlung fand am 10.1.2006 statt. Zugleich haben die im Gründungsjahr 2006 zuständige Sektion Sport des Bundeskanzleramts und die Bundessportorganisation BSO den Bedarf einer strukturierten sportpsychologischen Betreuung erkannt und daher Maßnahmen zur Förderung der Sportpsychologie gesetzt.

Mit der Schaffung der Kompetenzzentren in Wien, Salzburg und Innsbruck und der Einrichtung eines Pools qualifizierter SportpsychologInnen und Mentalcoaches steht dem heimischen Spitzensport seither eine transparente, unbürokratische und effiziente Struktur zur Koordination und Durchführung sportpsychologischer Betreuungsmaßnahmen zur Verfügung, die international bereits Modell-Charakter hat.