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Nachruf auf Prof. Dr. Bernd Strauß

vor 5 Tagen
2 Min. Lesezeit

Prof. Dr. Bernd Strauß ist von uns gegangen. Wir alle sind zutiefst betroffen. Sein Tod kam für uns unerwartet und aus freundschaftlicher und fachlicher Sicht viel zu früh. Gerade jetzt hätte er die Möglichkeit gehabt, sein Leben im Ruhestand nach eigenen Wünschen und Vorstellungen zu gestalten.


Vergangenen November hat er noch eine Keynote bei der ÖBS-Fachtagung und 20-Jahr-Feier der AG Sportpsychologie in Salzburg-Rif gehalten. Im Mai hielt er die Laudatio für meine Senior Lecture bei der asp-Tagung in Heidelberg. Henning Plessner begrüßte ihn dabei mit den Worten, eine Anfrage an Bernd Strauß sei „als würde man bei Nature anfragen“. Diese Episode verdeutlicht den außerordentlichen Stellenwert, den Bernd Strauß innerhalb der Sportpsychologie innehatte. Bernd Strauß war immer da, wenn man ihn anfragte, auch wenn er noch so viel zu tun hatte. Umso schwerer wiegt die Nachricht über seinen Tod.


Bernd Strauß hat die Sportpsychologie über Jahrzehnte intensiv mitentwickelt – sowohl inhaltlich als auch in ihren nationalen und internationalen Strukturen. Dabei verfolgte er insbesondere drei zentrale Anliegen:


Wissenschaftliche Exzellenz und Publikationen: Beispielsweise trug er als langjähriger Editor-in-Chief der Psychology of Sport and Exercise (PSE) wesentlich zu deren internationalem Renommee und wissenschaftlichem Impact bei.


Interdisziplinäre Vernetzung: Er suchte konsequent den Austausch mit der Psychologie als Mutterwissenschaft sowie mit benachbarten sportwissenschaftlichen Disziplinen. Ausdruck dieses Engagements war unter anderem seine Präsidentschaft der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs).


Angewandte Sportpsychologie: Zugleich setzte er sich stets für die Praxisrelevanz des Faches und die Nutzung der Sportpsychologie in der Sportpraxis ein.

Methodische Fundierung, fachliche Qualität und gesellschaftliche Verantwortung waren dabei für ihn untrennbar miteinander verbunden.


Er machte sich auch immer für die angewandte Sportpsychologie stark. Das fachliche Ansehen, die methodisch wissenschaftliche Fundierung sowie die gesellschaftliche Verantwortung waren ihm stets ein großes Anliegen. Er war ein streitbarer Geist, er vertrat seine Positionen klar und nachhaltig, er suchte aber auch immer das Gespräch und brachte immer wieder Personen zum nachhaltigen Austausch zusammen. Als langjähriger Präsident der asp (2013 bis 2021) hat er schon früh die Zusammenarbeit mit dem ÖBS über einen umfassenden Kooperationsvertrag formalisiert (asp – ÖBS – SASP) und damit eine systematische und langfristige Partnerschaft eingeleitet.


Für seine wissenschaftlichen Leistungen und sein Engagement erhielt Bernd Strauß zahlreiche Auszeichnungen. Dazu zählen die Goldene Ehrennadel der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (2013), die Ehrenmitgliedschaft der dvs (2019) sowie die Hermann-Rieder-Ehrennadel der asp (2023), mit der seine besonderen Verdienste um die Sportpsychologie gewürdigt wurden. Dazu kommen Auszeichnungen für exzellente Vorträge und die Ausrichtung von Kongressen.


Mit Bernd Strauß hatte die Sportpsychologie als Fach eine Stimme, schreibt das asp-Präsidium sinngemäß. Das finden wir sehr treffend für die Identifikation, die Bernd mit der Sportpsychologie und vice versa diese mit ihm hatte. Aufgrund der Nachhaltigkeit seines Handelns wird dies auch noch lange über seinen Tod hinaus Bestand haben.

Wir haben in ihm einen exzellenten Fachmann, einen enorm wirkungsvollen Vertreter des Faches und einen wertvollen Menschen und Freund verloren.


Wir sagen Danke für sein Wirken, für alles, was wir von ihm lernen durften, und für die vielen gemeinsamen Erfahrungen und Begegnungen. Vor allem aber danken wir ihm für sein einzigartiges Wesen. Bernd Strauß war unverwechselbar, einmalig und unersetzlich.

Unsere Gedanken sind auch bei allen, die um ihn trauern.  

 

Für das Österreichische Bundesnetzwerk Sportpsychologie

Günter Amesberger (Ehrenmitglied) und der Vorstand mit dem gesamten ÖBS-Team

 

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