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Qualität, Kooperation, Standards

Aktualisiert: 3. Okt. 2025



Das Athlet:innen-Management in den sechs Olympiazentren Austria ist umfassend, die Sportpsychologie seit Jahren integrativer Bestandteil davon. Die zweitägige Arbeitstagung im Olympiazentrum Oberösterreich versammelte Expert:innen aller sechs Olympiazentren, die alle Teile des Österreichischen Bundesnetzwerks Sportpsychologie (ÖBS) sind, und das Österreichische Olympische Comité (ÖOC) zu einem intensiven fachlichen Austausch. Ziel: die gemeinsamen Qualitätsstandards für Sportpsychologie an Österreichs Olympiazentren zu evaluieren, zu schärfen und weiterzuentwickeln.

ÖOC-Generalsekretär Florian Gosch betonte in seinem Eröffnungsstatement die besondere Bedeutung der Sportpsychologie im Hochleistungssport – und die zentrale Rolle der Kooperation: „Sportpsychologie ist heute unverzichtbar – nicht nur in der Krise, sondern vor allem im Aufbau von Leistung und mentaler Stärke. Auch auf diesem Gebiet gilt die vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen aus Bund und Ländern sinnvoll zu vernetzen. Die Kraft von Olympia kann dabei den gesamten österreichischen Sport stärken – genau das ist unser Auftrag. Kooperation ist dabei die Grundvoraussetzung für Weiterentwicklung. Wir werden alles dafür tun, dass wir unsere Strukturen und Standards gemeinsam optimieren, effizienter gestalten und so den Athlet:innen die bestmögliche Betreuung bieten.“


Laufender Strategieprozess


Die Tagung war Teil des laufenden Strategieprozesses zur Überarbeitung der Qualitätsrichtlinien für die Olympiazentren Austria, die vom ÖOC in enger Abstimmung mit den Ländern verantwortet werden. Die sportpsychologischen Standards sind dabei ein zentraler Baustein.

Gaby Madlener, ÖOC-Beauftragte für die Olympiazentren, unterstrich die Rolle der Sportpsychologie als zentrale Kompetenz innerhalb der Olympic High Performance Units: „Die Arbeit unserer Sportpsycholog:innen reicht weit über klassische Krisenintervention hinaus. Es geht um langfristige Kompetenzentwicklung, Prozessdiagnostik, Karrieremanagement und interdisziplinäre Zusammenarbeit – mit Trainer:innen, Physiotherapeut:innen und Ärzt:innen. All das funktioniert nur, wenn wir auf Augenhöhe kooperieren. Qualität entsteht durch Verlässlichkeit – und Vertrauen wächst dort, wo Standards klar sind. Genau deshalb ist es uns so wichtig, die Richtlinien gemeinsam mit allen Beteiligten zu diskutieren, zu präzisieren und weiterzuentwickeln.“



Die Tagung zu der Hannes Seyer, stellvertretender Landessportdirektor im Olympiazentrum Oberösterreich begrüßte, und an der neben Florian Gosch und Gaby Madlener, Patrick Bernatzky (Geschäftsführer ÖBS), Alois Kogler (ÖBS), Günter Amesberger, Mario Plesser (beide Olympiazentrum Salzburg Rif), Stefan Aigner, Theresia Detzlhofer, Thomas Graf (alle OZ OÖ), Simon Nussbaumer, Daniel Rähse (beide OZ Vorarlberg), Georg Hafner (OZ NÖ), Mirjam Wolf, Simone Tscherntschitz (beide OZ Campus Sport Tirol Innsbruck) und Thomas Brandauer (OZ Kärnten) teilnahmen, beleuchtete unter anderem:


  1. den aktuellen Stand der Betreuung an den Olympiazentren,

  2. Strategien zur Leistungsentwicklung und psychischen Gesundheit,

  3. die Integration sportpsychologischer Begleitung in Reha-Prozessen,

  4. eine standardisierte Prozessdiagnostik (inklusive Biofeedback, Exekutivtests, Anamnese, DSGVO-konforme Datenerfassung),

  5. Kooperation mit Wissenschaft und Universitäten,

  6. die Rolle der Sportpsychologie im Karrieremanagement.


Mentale Performance


Patrick Bernatzky, Geschäftsführer des ÖBS, sieht in der Zusammenarbeit mit dem ÖOC und den Olympiazentren einen „entscheidenden Hebel für Vertrauen und Qualität“: „Der internationale Spitzensport verlangt längst ganzheitliche Betreuung. Mentale Performance ist kein Luxus, sondern Kernbestandteil der Vorbereitung. Die Athlet:innen vertrauen uns – und sie wissen, dass dieses Vertrauen auf Kompetenz basiert. Genau deshalb ist es so wichtig, dass wir österreichweit mit gemeinsamen Standards arbeiten. Die Sportpsychologie braucht klare Strukturen – und sie braucht Raum zur Entfaltung. Das gelingt nur, wenn wir gemeinsam agieren.“

Ein zentrales Ergebnis der Tagung ist das Bekenntnis zur engen, standortübergreifenden Kooperation. Dabei sollen nicht nur bestehende Standards erhalten, sondern neue Anforderungen – etwa in den Bereichen Mental Health, Mental Performance, digitaler Betreuung und wissenschaftlicher Kooperation – integriert werden. Die Arbeit an den Richtlinien wird im Herbst fortgesetzt und im Frühjahr 2026 in einem finalen Strategie-Workshop zusammengeführt.

Das ÖOC sieht darin einen weiteren wichtigen Schritt hin zu einem modernen, vernetzten Spitzensportsystem, das Athlet:innen in allen Phasen ihrer Karriere optimal unterstützt.

„Wir müssen mehr denn je als Netzwerk denken und handeln“, so Florian Gosch zum Abschluss. „Wenn wir heute investieren – in Standards, Qualität und Zusammenarbeit – dann sind wir morgen bereit für olympische Höchstleistungen. Und genau dafür stehen wir.“

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